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Die fast fertige Stadt

Nachdem meine große Fahrradtour ja spektakulär in’s Wasser gefallen ist, habe ich in der letzten Zeit das Fahrrad wenigstens dazu genutzt, etwas die nähere Gegend zu erkunden. Man braucht zwar schonmal mindestens zehn Kilometer, um die Stadt richtig zu verlassen (wobei das jetzt auch nicht heißt, dass dort dann die Pampa anfägt - ist immer noch bewohntes Gebiet, nur eben nicht mehr richtig Nanjing ;)), aber interessant ist es trotzdem eigentlich immer. Am Samstag war ich in einer neuen Stadt, die etwa zehn Kilometer südlich der bisherigen Kernstadt aufgebaut wurde. Die neue Stadt ist um’s genau zu sagen eigentlich keine neue Stadt, sondern nur ein neuer Stadtteil, quasi ein Neubaugebiet. Allerdings wurden dort sehr planmäßig hunderte (ja, das ist kein Tippfehler!) Wohnbunker aufgestellt. In der Mitte der gigantischen Anlage gibt es einen See, in dem man sogar (noch) schwimmen kann. Ich möchte das zwar nicht ausprobieren, aber ich habe Schwimmer beobachtet ;). Und die Stadt ist auch unglaublich ruhig und angenehm erholsam. Letzteres liegt allerdings insbesondere daran, dass sie noch nicht fertig ist. Das hat zur Folge, dass an allen Ecken und Enden noch gebaut wird. An manchen Stellen (insbesondere um den See rum) ist man aber schon fertig und dort gibt’s Rasenflächen, die (noch) richtig grün sind. Und trotz dem Baulärm hat man einen riesigen Vorteil, den man hier in China sonst kaum findet: weil’s noch nicht fertig ist, wohnen natürlich auch noch kaum Leute dort. In Verbindung mit den vielen schon vollkommen fertigen Wohnhäusern, Einkaufszentren unglaublich breiten Straßen, die allerdings bisher überwiegend von Baufahrzeugen genutzt werden, ergibt sich an einigen Stellen auch eine sehr eigenartige Stimmung, die einen erahnen lässt, was dem Viertel bevorstehen wird - vermutlich in ein bis zwei Jahren herrscht auch hier geschäftiges Treiben und Trubel. Ich bin zwar schlecht im schätzen, aber ich glaube, dass alleine diese neue Stadt zu den größten Deutschlands gehören würde ;).
Am Samstag Abend habe ich mir dann natürlich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das Fußballspiel des VfB live im Fernsehen zu verfolgen. Am Ende haben die Chinesen sogar noch eine halbe Stunde lang den Beginn der Meisterfeier in Stuttgartgezeigt - erstaunlich, wo man es ansonsten in der Regel noch nichtmal eine Tabelle oder die anderen Ergebnisse mitgeteilt bekommt …
Ach ja, das Frisbeeturnier in Tianjin wird wohl ohne unsere Mannschaft stattfinden, nachdem man in letzter Minute erfahren hat, dass alles etwas teurer wird als gedacht, wurde das abgesagt. Über die Organisation des ganzen Unternehmens möchte ich lieber nicht zu viele Worte verlieren - nicht dass ich noch was unfreundliches sage ;). War auf jeden Fall typisch chinesisch :D.

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