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Irgendwo im Nirgendwo

Heute melde ich mich aus Tonghua. Es ist jetzt kurz vor acht Uhr und ich warte schon etwa 12 Stunden auf meinen Zug, der mich in Richtung des groessten Naturschutzgebiets Chinas bringen soll. Aber bald ist es geschafft - in knapp zwei Stunden geht’s weiter.
Ja und was macht man, wenn man zwoelf Stunden nichts zu tun hat? Das ha ich mich heute morgen auch gefragt. Zunaechst einmal habe ich gemacht, was man in China im zweifelsfall immer macht: ich habe einen Park aufgesucht. Und der war auch gleich ein Volltreffer, weil es nicht nur kaum Leute gab, sondern die Anlage auch mehr und mehr zur uneruehrten Natur wurde, je weiter man gelaufen ist. Weil das Wetter heute optimal war (nicht kalt, nicht warm - eigentlich wie im Fruehling) und die Luft hier (mal abbgesehen vom verrauchten Internetcafe ;)) auch ziemlich gut (und Welten besser als in Nanjing oder Beijing) ist, war ich recht lange unterwegs. So lange, bis ich dann doch Hunger hatte und in der Stadt was zu Essen gesucht habe. Dass ich dabei interessiert beaeugt wurde, muss ich wohl nicht mehr schreiben. Heute habe ich noch keinen Auslaender gesehen (bzw. auf jeden Fall keinen, den man gleich als solchen erkannt haette). Ein paar Koreaner koennte es ja schon irgendwo geben - schliesslich sind wir nur einige Kilometer von Nordkorea weg.
Den restlichen Tag hab ich damit verbracht, mich mit mehr oder weniger interessanten Leuten zu unterhalten oder sie zu beobachten (einer meiner heutigen Favoriten ist z.B. der Verkaeufer im Nike-Laden, der ein Adidas-T-Shirt trug ;)). Und ansonsten bin ich jetzt auch schon zum zweiten Mal im Internet (weil das beim ersten Mal mit dem Blog nicht funktionieren wollte).
Und wenn alles klappt, dann kann ich morgen sogar mal rueberschauen ins kommunistische Bruderland, das noch nicht dem Kapitalismus erlegen ist ;). Morgen frueh werde ich naemlich am Fusse des Changbai Shan, dem immerweissen Gebirge, ankommen und vielleicht schaff ich’s dann auch gleich zum Himmelssee, den sich Nordkorea und China teilen …
Heute Morgen im Zug hab ich auch noch versucht, meine Kamera zu reparieren. Jetzt hoffe ich, dass das haelt und ich morgen ein paar Fotos schiessen kann.
Bestimmt hab ich mal wieder die Haelfte vergessen, aber bei der lauten Hintergrundmusik hier kann ich mich einfach nicht richtig konzentrieren. Ich schlaf erst mal eine Nacht drueber (im Zug) und schreib das dann beim naechsten Mal.
Achso, wenn’s mit dem naechsten Mal dauern sollte, dann liegt das daran, dass ich erfolgreich mein Zelt in den Bergen aufschlagen konnte. Und wenn’s sehr lange dauert, dann hat der Tiger, den es hier wohl noch geben soll, was davon mitekommen ;) …

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